14.08.2025

Was Wissenschaft und Daten über Momentum sagen

Kein Modethema – sondern ein belegbarer Markteffekt

Wenn ich über meinen Investmentansatz spreche, werde ich oft gefragt:
„Warum gerade Momentum?“

Meine Antwort:
Weil es funktioniert. Und zwar nicht nur in der Theorie – sondern in der Praxis, im Backtest und im Livebetrieb.

Momentum ist kein kurzfristiger Hype.
Es ist einer der am besten erforschten und stabilsten Effekte an den Kapitalmärkten – dokumentiert in Hunderten von Studien, getestet über Jahrzehnte, bestätigt in allen wichtigen Anlageklassen.

 

In diesem Beitrag zeige ich dir:

  • Was hinter dem Momentum-Effekt steckt
  • Welche wissenschaftlichen Studien ihn belegen
  • Und warum ich diesen Faktor zum Herzstück meines Handelssystems gemacht habe
     

Was ist Momentum überhaupt?

Momentum beschreibt das Phänomen, dass Aktien, die in der Vergangenheit gut gelaufen sind, auch in der nahen Zukunft dazu tendieren, besser abzuschneiden als der Marktdurchschnitt.

Der Grundgedanke:
Was steigt, hat gute Chancen, weiter zu steigen.

Das widerspricht auf den ersten Blick dem klassischen „Buy low, sell high“-Ansatz.
Aber empirisch lässt sich zeigen: „Buy high, sell higher“ funktioniert oft besser.

Momentum ist eng verwandt mit Trendfolge – nur dass es zusätzlich die relative Stärke einzelner Titel betont. Während Trendfolge meist auf absolute Preisbewegung schaut, bewertet Momentum die Dynamik im Vergleich zu anderen Werten.

 

Was sagt die Wissenschaft?

Der Momentum-Effekt ist eine der wenigen systematischen Marktanomalien, die seit Jahrzehnten konsistent nachgewiesen wurden – unabhängig von Region, Marktphase oder Anlageklasse.
 

Hier einige der wichtigsten Studien:

1. Jegadeesh & Titman (1993)
„Returns to Buying Winners and Selling Losers“
Basisstudie, die Momentum erstmals umfassend empirisch belegt.
Sie analysierten US-Aktien von 1965–1989 und stellten fest:
Aktien mit starker 6-Monats-Performance erzielten in den folgenden 6 Monaten überdurchschnittliche Renditen.

 

2. Fama & French (2008)
Obwohl Fama einer der Vordenker der Effizienzmarkthypothese ist, erkennt auch er Momentum als relevanten Faktor an – zusätzlich zu Value, Size und Market.
Momentum wird ab diesem Punkt fester Bestandteil empirischer Kapitalmarktforschung.

 

3. Asness, Moskowitz & Pedersen (AQR, 2013)
„Value and Momentum Everywhere“
Analyse von Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffen in verschiedenen Ländern.
Momentum wirkt über Assetklassen hinweg – global, robust und stabil.
 

4. MSCI Momentum Factor Reports
MSCI berechnet seit Jahren einen eigenen Momentum-Index (z. B. MSCI USA Momentum).
Ergebnisse zeigen:

  • Höhere durchschnittliche Rendite als Standardindex
  • Bessere Sharpe Ratio
  • Besonders stark in Aufwärtstrends

Warum funktioniert Momentum?

Momentum widerspricht der klassischen Theorie effizienter Märkte. Trotzdem ist es empirisch belegbar – und auch ökonomisch erklärbar:

Psychologische Effekte

  • Herdenverhalten: Anleger kaufen, was steigt.
  • Überreaktionen & Unterreaktionen: Nachrichten wirken verzögert.
  • Karriererisiken bei Profis: Fondsmanager vermeiden Outperformance-Verlust durch „Hinterherlaufen“.

 

Strukturelle Mechanismen

  • Indexveränderungen, ETF-Zuflüsse, Rebalancing
  • Zeitverzögerungen durch Bilanzzyklen oder Steuereffekte
  • Marktstruktur-Effekte wie Trendverstärkung durch systematische Anleger

     

Statistische Stabilität

  • Momentum lässt sich modellieren.
  • Es ist regelbasiert erfassbar, testbar und auswertbar.
  • Ideal für quantitative Modelle mit klarer Methodik.

     

Wie ich Momentum konkret umsetze

In meinem Handelsansatz spielt Momentum die zentrale Rolle.
Ich nutze es durch ein quantitatives Scoring-Modell, das u. a. folgende Kriterien auswertet:

  • Kursperformance über 3, 6 und 12 Monate
  • Relative Stärke gegenüber Benchmark
  • Trendstabilität (volatilitätsadjustiert)
  • Technische Konsistenz (z. B. Abstand zu gleitenden Durchschnitten)

Nur die Top-Werte schaffen es ins Portfolio – ganz ohne Meinung oder Bauchgefühl.

Was Momentum nicht ist

Ein paar Klarstellungen sind mir wichtig:

  • Momentum ist kein kurzfristiges Trading
  • Es ist nicht gleichzusetzen mit Growth-Investing
  • Es ist nicht risikofrei – aber systematisch steuerbar

Momentum ist ein Faktor – kein Versprechen.
Deshalb ist Risikomanagement ein zentraler Teil meiner Umsetzung.

 

Fazit: Momentum ist belegbar, testbar und investierbar

Wenn du nicht nach Bauchgefühl investieren willst, sondern nach Signalen –
dann ist Momentum einer der besten Startpunkte.

Denn:

  • Der Effekt ist empirisch robust
  • Er ist verhaltensökonomisch plausibel
  • Und er ist regelbasiert umsetzbar

Deshalb ist Momentum die erste Säule meiner Strategie – konsequent getestet, transparent umgesetzt, und vollständig investierbar über meine wikifolio-Zertifikate.

 

 


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