Berichtssaison als nächster Impuls – DAX mit Fehlausbruch?
Die vergangene Börsenwoche verlief deutlich schwächer als die Wochen zuvor.
Vor allem der deutsche Aktienmarkt geriet nach den neuen Allzeithochs kräftig unter Druck und musste einen großen Teil der vorherigen Gewinne wieder abgeben.
Aus meiner Sicht war diese Entwicklung zwar nicht völlig überraschend, das Ausmaß der Korrektur hat jedoch gezeigt, wie nervös viele Anleger aktuell sind.
Ich denke, dass das Rekordhoch im DAX zunächst als Fehlausbruch gewertet werden muss, solange keine schnelle Rückkehr über diese Marke gelingt.
Gleichzeitig präsentierten sich die US-Börsen erneut deutlich robuster und konnten ihre Aufwärtstrends weitgehend behaupten.
In den kommenden Wochen dürfte sich der Blick der Anleger zunehmend auf die Berichtssaison richten.
Ich erwarte, dass die Unternehmenszahlen nun darüber entscheiden werden, ob die Aktienmärkte ihre Rekordjagd fortsetzen oder zunächst in eine längere Konsolidierung übergehen.



Rückblick auf die Börsenwoche
Während die US-Börsen ihre stabile Entwicklung fortsetzten und unter anderem vom erfolgreichen Börsendebüt des KI-Speicherchip-Herstellers SK Hynix profitierten, verlief die Woche für den deutschen Aktienmarkt deutlich schwieriger.
Der DAX verlor zwischenzeitlich mehr als 1.000 Punkte beziehungsweise rund vier Prozent gegenüber seinem Rekordhoch und konnte sich zum Wochenschluss nur leicht stabilisieren.
Aus meiner Sicht ist damit zumindest kurzfristig Vorsicht angebracht.
Das erst vor wenigen Tagen erreichte Allzeithoch könnte sich im Nachhinein als Fehlausbruch herausstellen.
Besonders auffällig war zudem die Schwäche vieler deutscher Nebenwerte.
Nachdem diese in den vergangenen Monaten zu den größten Gewinnern gehörten, hinkten sie den Blue Chips aus dem DAX zuletzt deutlich hinterher. Insgesamt war es eine Woche, in der Anleger nach der starken Rallye erstmals wieder vorsichtiger agierten und Gewinne mitnahmen.



Was die Märkte aktuell bewegt
Ich denke, dass sich der Fokus der Anleger derzeit deutlich verschiebt.
Nach Monaten, in denen Zinshoffnungen und Liquidität die Kurse nach oben getragen haben, rücken jetzt wieder die Unternehmensgewinne in den Mittelpunkt.
Die Bewertungen vieler Aktien sind ambitioniert und müssen nun durch überzeugende Quartalszahlen bestätigt werden.
Gleichzeitig bleiben die Inflationsdaten aus den USA ein wichtiger Faktor für die Zinserwartungen der Notenbanken.
Ich sehe deshalb kurzfristig ein erhöhtes Risiko für stärkere Kursschwankungen. Besonders in Deutschland wird sich zeigen müssen, ob die jüngste Schwäche lediglich eine gesunde Konsolidierung war oder der Beginn einer längeren Seitwärtsphase.



Ausblick auf die kommende Woche
Ich erwarte, dass die beginnende Berichtssaison die wichtigste Rolle für die Aktienmärkte übernehmen wird.
Vor allem in den USA werden die ersten großen Unternehmen ihre Quartalszahlen vorlegen und damit den Takt für die kommenden Wochen vorgeben.
Gleichzeitig dürften die neuen US-Inflationsdaten aufmerksam verfolgt werden, da sie direkten Einfluss auf die Zinserwartungen haben.
Für den DAX wird entscheidend sein, ob die Unterstützung nach dem deutlichen Rücksetzer hält.
Gelingt eine schnelle Rückkehr über die jüngsten Hochs nicht, könnte sich die Konsolidierung zunächst noch etwas ausdehnen. Insgesamt rechne ich jedoch nicht mit einem grundlegenden Trendwechsel, sondern eher mit einer Phase höherer Schwankungen.



Strategischer Kommentar
Die Entwicklung meiner wikifolios verlief in der vergangenen Woche enttäuschend.
Nachdem die deutschen Aktienmärkte deutlich unter Druck gerieten, konnten sich auch meine Strategien diesem Umfeld nicht vollständig entziehen.
Besonders die auf deutsche Aktien ausgerichteten wikifolios litten unter der spürbaren Schwäche von DAX, MDAX und SDAX. Dennoch sehe ich die Entwicklung momentan als normale Korrektur innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends und nicht als Anlass für grundlegende Änderungen.
Im German Alpha Leaders blieb die Investitionsquote bei rund 86 % unverändert.
In der vergangenen Woche wurde die Deutsche Bank neu aufgenommen.
Gleichzeitig schieden BASF und Brenntag aus dem Portfolio aus, nachdem beide Aktien deutlich an relativer Stärke verloren hatten. Genau hier zeigt sich für mich der Vorteil eines regelbasierten Ansatzes.
Meine Systeme reagieren konsequent auf Veränderungen im Momentum und tauschen schwächer werdende Titel gegen stärkere aus.
Trotz des deutlichen Rücksetzers im DAX sehe ich aktuell noch kein Signal, die Investitionsquote zu reduzieren. Allerdings beobachte ich genau, ob sich das jüngste Allzeithoch tatsächlich als Fehlausbruch bestätigt.
Auch im Dividenden-Adler blieb die Investitionsquote mit 86 % konstant.
Neu aufgenommen wurden Rio Tinto und Société Générale.
Verkauft wurden dagegen TotalEnergies und Carrefour.
Besonders Total hat durch die zuletzt fallenden Ölpreise deutlich an Momentum verloren und erfüllte die Kriterien meiner Handelssysteme nicht mehr.
Carrefour fiel ebenfalls kontinuierlich im Ranking zurück.
Ich halte diese regelmäßigen Anpassungen für einen wichtigen Bestandteil der Strategie, da sich Marktführer im Zeitablauf verändern und das Portfolio entsprechend nachgeführt werden muss.
Das Deutsche Nebenwerte Safari litt besonders unter der anhaltenden Schwäche deutscher Nebenwerte.
Während der DAX bereits korrigierte, entwickelte sich der MDAX sogar noch schwächer.
Neue Kauf- oder Verkaufssignale ergaben sich allerdings nicht.
Aus meiner Sicht spricht vieles dafür, die bestehende Positionierung unverändert beizubehalten und nicht auf kurzfristige Marktbewegungen zu reagieren. Die Investitionsquote bleibt daher ebenfalls bei rund 86 %.
Im Global Alpha Leaders gab es ebenfalls keine Veränderungen.
Die internationalen Märkte zeigen sich insgesamt weiterhin deutlich robuster als Europa.
Entsprechend liefert das Handelssystem derzeit keine Signale für Umschichtungen oder eine Anpassung der hohen Investitionsquote von 93 %.
Insgesamt liefern meine Handelssysteme aktuell ein gemischtes Bild.
Die kurzfristige Schwäche deutscher Aktien nehme ich ernst, gleichzeitig wurden die übergeordneten Trends bislang jedoch noch nicht nachhaltig gebrochen.
Deshalb halte ich an den bestehenden Investitionsquoten fest.
Meine Systeme treffen ihre Entscheidungen bewusst nicht auf Basis von Nachrichten, Prognosen oder persönlicher Marktmeinungen, sondern ausschließlich anhand objektiver technischer Kriterien.
Gerade in unruhigen Marktphasen hat sich diese Disziplin in der Vergangenheit häufig als großer Vorteil erwiesen.
Ich werde die Entwicklung in den kommenden Wochen aufmerksam verfolgen – insbesondere mit Blick auf die Berichtssaison, die aus meiner Sicht den nächsten entscheidenden Impuls für die Aktienmärkte liefern dürfte.
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Danke für deinen wie immer gut strukturierten Wochenrückblick. Ich finde es interessant, dass sich die Märkte aktuell so unterschiedlich entwickeln. Während die US Börsen ihre Stärke weiter ausspielen, scheint der DAX nach der starken Aufwärtsbewegung erst einmal Luft abzulassen. Ob das tatsächlich ein Fehlausbruch war oder lediglich eine gesunde Konsolidierung, wird sich noch zeigen.
Ich denke ebenfalls, dass die Berichtssaison jetzt der entscheidende Faktor sein wird. Nach den zuletzt deutlichen Kursanstiegen reichen gute Zahlen allein oft nicht mehr aus, viele Unternehmen müssen die hohen Erwartungen sogar übertreffen, um ihre Bewertungen zu rechtfertigen. Gleichzeitig können schon kleine Enttäuschungen zu kräftigen Kursreaktionen führen.
Trotz der kurzfristigen Unsicherheit bleibe ich für die zweite Jahreshälfte eher optimistisch. 😁