5. Juli 2026
DAX und EuroStoxx auf Rekordjagd – Europa holt gegenüber den USA auf
Die vergangene Börsenwoche hat aus meiner Sicht ein wichtiges Signal geliefert:
Erstmals seit langer Zeit kommen die stärksten Impulse nicht ausschließlich aus den USA. DAX und EuroStoxx markierten neue Allzeithochs und zeigen damit eine überraschend hohe relative Stärke gegenüber den amerikanischen Indizes.
Ich denke, dass europäische Aktien nach Jahren der Underperformance noch weiteres Aufholpotenzial besitzen. Gleichzeitig bleiben die US-Börsen trotz robuster Konjunkturdaten auf hohem Niveau stabil. Entscheidend dürfte nun sein, ob die europäischen Märkte ihre neue Stärke in den kommenden Wochen bestätigen können.



Rückblick auf die Börsenwoche
Die europäischen Aktienmärkte gehörten in der vergangenen Woche zu den größten Gewinnern. Sowohl der DAX als auch der EuroStoxx 50 erreichten neue Rekordstände und profitierten von einer breiten Kaufbereitschaft. Besonders positiv fällt auf, dass sich Deutschland aktuell deutlich besser entwickelt als noch zu Jahresbeginn erwartet.
Ein gutes Beispiel für die Stärke einzelner Titel ist Continental.
Obwohl die Automobilbranche insgesamt weiterhin unter Druck steht, erreichte die Aktie den höchsten Stand seit Ende 2021. Continental zählt seit längerer Zeit zu den Positionen im wikifolio German Alpha Leaders und bestätigt erneut einen der wichtigsten Grundsätze meiner Strategie: Investiert wird nicht in schwache Branchen, sondern in die jeweils stärksten Einzelaktien.
Auch in den USA verlief die Woche insgesamt freundlich. Der überraschend robuste US-Arbeitsmarktbericht sorgte dafür, dass Rezessionsängste zunächst in den Hintergrund rückten. Gleichzeitig nahmen dadurch allerdings auch die Erwartungen an schnelle Zinssenkungen etwas ab. Die Wall Street reagierte dennoch gelassen und setzte ihre stabile Entwicklung fort.



Was die Märkte aktuell bewegt
Aus meiner Sicht verschiebt sich der Fokus der Anleger derzeit zunehmend auf Europa. Während die US-Börsen bereits seit Jahren von wenigen Technologieunternehmen getragen werden, zeigt sich inzwischen eine deutlich breitere Marktstärke in Deutschland und der Eurozone.
Ich halte diese Entwicklung für bemerkenswert. Viele internationale Investoren waren in europäischen Aktien über Jahre untergewichtet. Sollten die Kapitalzuflüsse anhalten, könnte daraus eine längerfristige Aufholbewegung entstehen.
Gleichzeitig bleibt die Geldpolitik das wichtigste Thema. Der starke US-Arbeitsmarkt reduziert kurzfristig den Druck auf die amerikanische Notenbank, die Zinsen schnell zu senken. Für die Aktienmärkte ist das zwar kein unmittelbares Problem, dauerhaft hohe Renditen am Anleihemarkt könnten jedoch wieder zu Gegenwind führen. Dieses Risiko wird meiner Meinung nach aktuell etwas unterschätzt.



Ausblick auf die kommende Woche
Für die neue Börsenwoche erwarte ich zunächst eine Konsolidierung auf hohem Niveau. Nach den kräftigen Kursanstiegen der vergangenen Wochen wäre eine Verschnaufpause aus meiner Sicht völlig normal und aus technischer Sicht sogar gesund.
Besonders gespannt bin ich darauf, ob der DAX die Marke von 25.000 Punkten nun nachhaltig behaupten kann. Gelingt dies, sehe ich gute Chancen für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Auch der EuroStoxx präsentiert sich aktuell ausgesprochen stark und könnte seine relative Stärke gegenüber den US-Indizes weiter ausbauen.
In den USA bleiben Konjunkturdaten und die Zinspolitik der Fed die entscheidenden Einflussfaktoren. Ich rechne damit, dass die Entwicklung der Anleiherenditen auch in den kommenden Wochen maßgeblich darüber entscheiden wird, ob die Aktienmärkte ihren positiven Trend fortsetzen können.



Strategischer Kommentar
Die Entwicklung meiner wikifolios verlief in der vergangenen Woche erfreulich. Vor allem die anhaltende Stärke deutscher und europäischer Aktien bestätigt meine positive Einschätzung für diesen Markt. Ich sehe weiterhin Aufholpotenzial Europas gegenüber den USA und erhöhe deshalb die Investitionsquoten in den wikifolios für die kommende Woche auf rund 90 %.
Wie bereits in den vergangenen Wochen gilt auch diesmal: Meine Handelssysteme treffen ihre Entscheidungen ausschließlich auf Basis technischer Kriterien. Themen wie Inflation, Zinsen oder geopolitische Entwicklungen beobachte ich zwar sehr genau und ordne sie in meinen Marktkommentaren ein, sie fließen jedoch nicht direkt in die Portfoliosteuerung ein. Statt auf Prognosen zu setzen, reagieren die Systeme konsequent auf das tatsächliche Verhalten der Märkte. Aus meiner Sicht sprechen Trend, Marktbreite und relative Stärke derzeit weiterhin für eine hohe Investitionsquote.
👉 Alle Portfolioveränderungen sowie die aktuellen Positionierungen findest du direkt auf www.wikifolio.com*



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Ein wirklich interessanter Rückblick. Ich finde vor allem den Gedanken spannend, dass Europa nach Jahren der Underperformance wieder stärker in den Fokus rückt. In den vergangenen Jahren hat man fast automatisch zuerst auf die USA geschaut, deshalb ist die aktuelle Entwicklung durchaus bemerkenswert.
Ich denke auch, dass man jetzt genau beobachten muss, ob sich diese relative Stärke bestätigt. Eine Konsolidierung nach den starken Anstiegen wäre aus meiner Sicht völlig normal und würde den übergeordneten Trend nicht infrage stellen. Entscheidend wird sein, ob die Kapitalzuflüsse nach Europa anhalten und der DAX seine neuen Hochs nachhaltig verteidigen kann.
Dein Beispiel mit Continental passt für mich ebenfalls gut. Es zeigt, dass es sich lohnt, auf die stärksten Unternehmen zu schauen und nicht nur ganze Branchen zu bewerten. Ich bin gespannt, wie sich die nächsten Wochen entwickeln und ob Europa den Vorsprung gegenüber den US-Märkten weiter ausbauen kann.