Investieren Sie in ein wikifolio mit System

21.10.2026

Was macht mein Handelssystem, wenn die Börse fällt?

Wie ich mit schwachen Aktien, nachlassender relativer Stärke und wechselnden Marktbedingungen umgehe.

Wenn die Börse steigt, fällt es Anlegern leicht, eine gute Strategie zu erkennen.
Viele Aktien steigen, positive Nachrichten häufen sich und selbst durchschnittliche Kaufentscheidungen können zeitweise erfolgreich sein.
Doch was passiert, wenn sich das Blatt wendet?
Wenn Kurse fallen, bisherige Gewinner schwächeln und aus einer normalen Korrektur möglicherweise ein länger anhaltender Abwärtstrend wird?

Genau in solchen Phasen zeigt sich, wie ein Handelssystem aufgebaut ist.
Denn eine Strategie lässt sich nicht allein daran messen, wie sie sich in freundlichen Börsenzeiten entwickelt.
Entscheidend ist auch, wie sie mit schwächeren Marktphasen umgeht, welche Regeln sie vorgibt und wo ihre Grenzen liegen.

Nach 30 Jahren an der Börse habe ich gelernt, dass ich den nächsten Kursrückgang nicht zuverlässig vorhersagen muss, um systematisch investieren zu können. Ich möchte vielmehr auf das reagieren, was der Markt tatsächlich zeigt.
Dafür nutze ich einen regelbasierten, quantitativen Ansatz, der auf Trendfolge, Momentum, relativer Stärke und einem Ranking der Aktien basiert.

Dieser Ansatz bildet die gemeinsame Grundlage meiner vier Wikifolios: Dividenden-Adler, German Alpha Leaders, Deutsche Nebenwerte Safari und Global Alpha Leaders. Die Anlageuniversen unterscheiden sich, das zugrunde liegende System ist dasselbe.

In diesem Beitrag geht es darum, was ein regelbasierter Ansatz in fallenden Märkten leisten kann, warum er Verluste nicht vollständig verhindern kann und weshalb feste Regeln gerade dann wichtig sind, wenn die Börse unübersichtlich wird.

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Ein steigender Markt verzeiht viele Fehler

In einer ausgeprägten Aufwärtsbewegung profitieren zahlreiche Aktien vom allgemeinen Markttrend.
Selbst Unternehmen, deren Kursentwicklung nicht besonders überzeugend ist, können zeitweise steigen.
Für Anleger entsteht dadurch leicht der Eindruck, die eigene Aktienauswahl sei besonders gut.

In solchen Phasen ist es häufig schwierig, zwischen einer wirklich starken Aktie und einem Wertpapier zu unterscheiden, das lediglich vom Gesamtmarkt mitgezogen wird.

Das Bild verändert sich, wenn die Börse fällt.
Die Marktstimmung verschlechtert sich, Anleger reduzieren Risiken und viele Aktien verlieren an Wert.
Unternehmen, die zuvor zu den Gewinnern gehörten, können plötzlich deutlich schwächer abschneiden.

Jetzt zeigt sich, ob eine Aktienauswahl tatsächlich Stärke besitzt oder ob die bisherige Entwicklung vor allem durch einen günstigen Markt geprägt war.

Für ein Handelssystem ist das eine entscheidende Situation.
Die Auswahlkriterien müssen auch dann nachvollziehbar bleiben, wenn die Ergebnisse vorübergehend enttäuschen.
Ein System, das nur in steigenden Märkten gut aussieht, wäre für mich keine ausreichende Grundlage für eine langfristige Vorgehensweise.

Allerdings darf man daraus nicht den Schluss ziehen, dass ein regelbasierter Ansatz in jeder Abwärtsphase automatisch besser funktioniert.
Auch ein systematisches Verfahren kann Verluste erleiden.
Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass Entscheidungen anhand definierter Kriterien getroffen werden und nicht allein aufgrund der Hoffnung auf eine baldige Erholung.

Warum ich den nächsten Börsencrash nicht vorhersagen muss

An der Börse werden ständig Prognosen abgegeben.
Analysten diskutieren über Zinsschritte, Konjunkturdaten, Unternehmensgewinne und geopolitische Risiken.
Daraus entstehen Einschätzungen darüber, ob die Kurse steigen oder fallen könnten.

Solche Informationen können für die Einordnung des Marktumfelds hilfreich sein.
Das Problem liegt jedoch darin, dass selbst eine überzeugend klingende Prognose keine Gewissheit schafft.

Ein erwarteter Rückgang kann ausbleiben.
Ein vermeintlich günstiger Einstieg kann sich als verfrüht erweisen.
Und eine zunächst überschaubare Korrektur kann sich zu einer längeren Schwächephase entwickeln.

Deshalb steht bei meinem Ansatz nicht die Frage im Mittelpunkt, wann die Börse vermutlich ihren Tiefpunkt erreicht.
Entscheidend ist vielmehr, wie sich die Aktien tatsächlich entwickeln und wie sich ihre relative Position im Vergleich zu anderen Werten verändert.

Zeigt eine Aktie nachlassende Stärke, wird sie im Ranking entsprechend schlechter eingeordnet.
Fällt sie unter die im System festgelegte Schwelle, kann dies einen Verkauf und den Austausch gegen einen stärkeren Kandidaten auslösen.

Das ist ein anderer Ansatz, als auf eine persönliche Einschätzung zu setzen, wann ein Kursrückgang beendet sein könnte.

Ich muss nicht rechtzeitig den Tiefpunkt erkennen.
Ich brauche einen nachvollziehbaren Prozess, der mir hilft, auf veränderte Bedingungen zu reagieren.

Das bedeutet nicht, dass ich jeden Rückgang vermeiden kann.
Ein Kurs kann fallen, bevor ein Verkaufssignal entsteht, und auch nach einem Verkauf weiter steigen.
Kein Ranking beseitigt diese Unsicherheit. Es schafft jedoch eine klare Grundlage für Entscheidungen.

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Relative Stärke zeigt, welche Aktien sich besser behaupten

Wenn die Börse fällt, reicht es nicht aus, nur auf die absolute Kursentwicklung einer Aktie zu schauen.
Wichtig ist auch der Vergleich mit anderen Aktien innerhalb des betrachteten Anlageuniversums.

Angenommen, der Gesamtmarkt verliert deutlich an Wert.
Eine Aktie gibt ebenfalls nach, hält sich aber besser als viele vergleichbare Titel.
Eine andere Aktie fällt wesentlich stärker und verliert im relativen Vergleich an Boden.

Beide Aktien verzeichnen einen Kursverlust.
Ihre relative Stärke kann sich dennoch deutlich unterscheiden.

Genau dieser Unterschied ist für einen quantitativen Auswahlansatz interessant.
Relative Stärke beschreibt, wie sich eine Aktie im Vergleich zu anderen Wertpapieren entwickelt.
Sie sagt nicht automatisch aus, dass der Kurs steigen wird oder dass ein Wertpapier in einem fallenden Markt sicher ist.

Eine Aktie kann relativ stark sein und trotzdem Verluste erleiden.
Sie kann sich auch zunächst gut behaupten und später deutlich schwächer werden.

Deshalb betrachte ich relative Stärke nicht als isoliertes Kaufsignal.
Sie ist ein Bestandteil eines umfassenderen Auswahlverfahrens, in dem Momentum, Ranking und die Entwicklung der Aktien zusammenwirken.

Besonders wichtig ist dabei, dass eine Aktie ihre Position nicht allein aufgrund ihrer Vergangenheit behalten darf.
Wenn sich ihre Entwicklung verschlechtert und sie im Ranking zurückfällt, muss sie sich weiterhin gegen die Alternativen behaupten.

Das Ranking ist keine Auszeichnung für vergangene Erfolge. Es hilft dabei, die aktuelle relative Position einer Aktie einzuordnen.

Dieser Gedanke spielt auch bei der Steuerung meiner vier Wikifolios eine zentrale Rolle.
Obwohl die Anlageuniversen unterschiedlich sind, folgt die Auswahl demselben Grundprinzip:
Aktien werden systematisch miteinander verglichen, und ihre Position im Ranking kann sich im Zeitverlauf verändern.

Warum ein fallender Kurs allein noch keine vollständige Entscheidung ist

Ein Kursrückgang wirkt auf den ersten Blick eindeutig.
Eine Aktie, die gestern noch höher stand als heute, hat an Wert verloren. Daraus lässt sich aber nicht automatisch ableiten, ob sie verkauft werden sollte.

Dafür braucht es einen klaren Zusammenhang zwischen der beobachteten Entwicklung und den Regeln des Handelssystems.

Ein einzelner schwacher Börsentag ist etwas anderes als eine länger anhaltende Verschlechterung der relativen Position.
Ebenso ist eine Aktie, die im Vergleich zu anderen Werten weiterhin stark abschneidet, anders einzuordnen als ein Titel, der im Ranking kontinuierlich zurückfällt.

Genau deshalb ist es sinnvoll, einzelne Kursbewegungen nicht isoliert zu betrachten.

Ein regelbasiertes System soll nicht auf jede Schwankung spontan reagieren.
Es soll Veränderungen nach den Kriterien bewerten, die für den Auswahlprozess festgelegt wurden.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zwischen systematischem Handeln und einer Vorgehensweise, bei der Anleger ihre Entscheidungen bei jeder neuen Nachricht überdenken.

Wer bei jedem Kursrückgang die eigenen Regeln infrage stellt, läuft Gefahr, immer wieder anders zu handeln.
Mal wird verkauft, weil die Stimmung schlecht ist.
Mal wird gehalten, weil eine Erholung erwartet wird.
Und manchmal wird eine Position aufgestockt, obwohl ihre relative Entwicklung längst nachgelassen hat.

Ein festgelegter Prozess schafft hier eine klare Orientierung.
Er nimmt dem Anleger nicht jede Entscheidung ab und garantiert keine guten Ergebnisse.
Er reduziert aber den Spielraum für spontane Regeländerungen.

Was passiert, wenn eine Aktie im Ranking zurückfällt?

In meinem Ansatz kommt dem Ranking eine wichtige Funktion zu. Aktien werden anhand der Systemkriterien eingeordnet.
Verändert sich ihre relative Stärke, kann sich auch ihre Rangposition verändern.

Eine Aktie, die über längere Zeit zu den stärkeren Kandidaten gehörte, kann dadurch an Bedeutung verlieren.
Gleichzeitig können andere Aktien im selben Anlageuniversum an ihr vorbeiziehen.

Wird eine Aktie nach den geltenden Regeln zu schwach eingestuft und unterschreitet sie die definierte Rangschwelle, wird sie verkauft und durch einen stärkeren Kandidaten ersetzt.

Das Prinzip ist einfach:
Eine Aktie soll nicht allein deshalb im Portfolio bleiben, weil sie früher gut gelaufen ist oder weil ich persönlich viel von dem Unternehmen halte.

Entscheidend ist, ob sie nach den Kriterien des Systems weiterhin zu den bevorzugten Kandidaten gehört.

In einem fallenden Markt kann dieser Mechanismus besonders relevant werden.
Aktien, deren Entwicklung sich deutlich verschlechtert, können im Ranking zurückfallen.
Das System schafft damit eine Grundlage, auf solche Veränderungen zu reagieren.

Dabei ist eine Unterscheidung wichtig:
Ein fallender Gesamtmarkt führt nicht automatisch dazu, dass jede Position verkauft wird.
Die konkrete Entscheidung hängt von den Regeln und der Entwicklung der jeweiligen Aktie ab.
Ein relativ starker Titel kann sich anders entwickeln als ein Wertpapier, dessen Position im Vergleich zu den Alternativen deutlich schwächer wird.

Ebenso wenig lässt sich daraus ableiten, dass jeder Austausch rechtzeitig erfolgt.
Zwischen einer Veränderung am Markt, einem Signal und der Umsetzung einer Entscheidung kann Zeit liegen.
Auch deshalb sind Verluste in schwachen Börsenphasen nicht vollständig vermeidbar.

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Ein Handelssystem kann Verluste nicht einfach abschalten

Bei der Beschreibung regelbasierter Strategien entsteht schnell ein falscher Eindruck:
Wenn Aktien nach festen Regeln ausgewählt und schwächere Positionen ersetzt werden, müsste das Portfolio doch vor größeren Verlusten geschützt sein.

So einfach ist es nicht.

Auch ein quantitatives Handelssystem kann in fallenden Märkten Geld verlieren.
Aktien reagieren nicht immer sofort auf eine Verschlechterung ihrer Aussichten. Kurse können sich abrupt verändern, und ein Signal wird unter Umständen erst sichtbar, nachdem ein Teil der Abwärtsbewegung bereits stattgefunden hat.

Hinzu kommt, dass relative Stärke nicht mit absoluter Sicherheit gleichzusetzen ist.
Eine Aktie kann sich besser entwickeln als ihre Vergleichswerte und dennoch im Kurs fallen.

Auch ein Ranking ist keine Vorhersage.
Es ordnet Aktien anhand definierter Kriterien ein.
Daraus folgt nicht, dass der bestplatzierte Titel künftig die höchste Rendite erzielen wird.

Ein seriöser Blick auf ein Handelssystem muss diese Grenzen berücksichtigen.

Der Nutzen eines regelbasierten Ansatzes liegt nicht darin, sämtliche Verluste auszuschließen.
Er liegt darin, Entscheidungen auf nachvollziehbare Kriterien zu stützen und schwächere Positionen nicht allein aufgrund persönlicher Überzeugungen unbegrenzt festzuhalten.

Das ist ein wichtiger Unterschied.
Ein System kann konsequent sein und trotzdem eine ungünstige Marktphase durchlaufen.
Konsequenz beschreibt den Prozess, nicht das Ergebnis jeder einzelnen Entscheidung.

Nach 30 Jahren an der Börse halte ich genau diese Trennung für wichtig:
Die Qualität eines Ansatzes lässt sich nicht allein daran beurteilen, ob eine einzelne Entscheidung erfolgreich war.
Entscheidend ist, ob die Regeln nachvollziehbar sind, ob sie konsequent angewendet werden und ob die Risiken realistisch eingeschätzt werden.

Warum ein System nicht ständig an die Börse angepasst werden sollte

Wenn die Kurse fallen, entsteht schnell der Wunsch, etwas zu verändern.
Vielleicht soll eine Aktie länger gehalten werden. Vielleicht erscheint es sinnvoll, die Auswahlkriterien anzupassen oder eine neue Regel einzuführen.

Manchmal kann eine Überprüfung tatsächlich sinnvoll sein.
Doch eine kurzfristige Schwächephase ist für sich genommen noch kein Beweis dafür, dass ein System nicht funktioniert.

Wer seine Regeln nach jeder enttäuschenden Entwicklung verändert, riskiert, dass am Ende kein einheitlicher Prozess mehr übrig bleibt.
Die Strategie wird dann von den jüngsten Erfahrungen bestimmt, statt auf einer konsistenten Grundlage zu beruhen.

Das bedeutet nicht, dass ein Handelssystem niemals überprüft oder weiterentwickelt werden sollte.
Auch quantitative Ansätze müssen kritisch beurteilt werden.
Die entscheidende Frage ist jedoch, ob eine Änderung auf einer fundierten Analyse beruht oder lediglich auf dem Wunsch, kurzfristige Verluste zu vermeiden.

Ein System sollte nicht deshalb verändert werden, weil sich die aktuelle Marktphase unangenehm anfühlt.
Umgekehrt darf die Berufung auf feste Regeln nicht dazu führen, mögliche Schwächen grundsätzlich zu ignorieren.

Hier liegt für mich die eigentliche Herausforderung:
Regeln konsequent anzuwenden und gleichzeitig bereit zu sein, den zugrunde liegenden Ansatz sachlich zu überprüfen.

Warum vier Wikifolios nicht automatisch vier verschiedene Reaktionen bedeuten

Meine vier Wikifolios unterscheiden sich durch ihre Anlageuniversen.
Dividenden-Adler, German Alpha Leaders, Deutsche Nebenwerte Safari und Global Alpha Leaders greifen also nicht zwangsläufig auf dieselben Aktien zurück.

Das zugrunde liegende System ist jedoch identisch.

Diese Unterscheidung ist gerade in schwachen Marktphasen wichtig.
Wenn sich die Börse verändert, können unterschiedliche Aktiengruppen verschieden reagieren.
Einzelne Branchen, große Unternehmen und kleinere Nebenwerte müssen nicht gleichzeitig oder im gleichen Ausmaß unter Druck geraten.

Daraus können sich Unterschiede in der Aktienauswahl und in der Wertentwicklung der vier Wikifolios ergeben, obwohl derselbe systematische Ansatz verwendet wird.

Ein gemeinsames System bedeutet also nicht, dass alle vier Portfolios jederzeit dieselben Positionen halten oder identische Ergebnisse erzielen.

Es bedeutet vielmehr, dass die Auswahl und Bewertung der Aktien auf denselben Grundprinzipien beruhen.
Das Anlageuniversum bestimmt, welche Kandidaten überhaupt infrage kommen. Innerhalb dieses Universums entscheidet das System anhand seiner Regeln über die relative Einordnung der Aktien.

Gerade dadurch lassen sich die Unterschiede zwischen den Wikifolios besser verstehen:
Sie entstehen nicht durch vier unabhängig voneinander entwickelte Strategien, sondern durch die Anwendung desselben Systems auf unterschiedliche Aktienuniversen.

Allerdings darf man daraus keine pauschale Aussage über das Risiko ableiten.
Unterschiedliche Anlageuniversen können unterschiedliche Chancen und Risiken mit sich bringen.
Vier Wikifolios sind deshalb nicht automatisch eine umfassende Risikostreuung, nur weil sie verschiedene Namen tragen.

Wer die Portfolios beurteilen möchte, sollte neben dem gemeinsamen System auch ihre jeweilige Zusammensetzung, ihre Wertentwicklung und die damit verbundenen Risiken betrachten.

Warum ich lieber auf Veränderungen reagiere, als den Markt vorherzusagen

Die Börse liefert täglich neue Informationen. Manche davon sind wichtig, andere verlieren innerhalb weniger Stunden an Bedeutung.
Für Anleger bleibt die Herausforderung, aus dieser Vielzahl an Signalen die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Ich versuche nicht, jede Bewegung im Voraus zu erklären.
Mein Ansatz setzt darauf, die Entwicklung der Aktien systematisch zu beobachten und Entscheidungen anhand festgelegter Regeln zu treffen.

Das bedeutet nicht, dass Nachrichten, Unternehmensdaten oder wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich bedeutungslos wären.
Sie können Einfluss auf Kurse und Trends haben.
Für die konkrete Aktienauswahl meines Systems stehen jedoch die definierten quantitativen Kriterien im Vordergrund.

Wenn sich die relative Position einer Aktie verändert, kann das für die weitere Auswahl relevant werden.
Wenn andere Kandidaten stärker abschneiden, können sie im Ranking aufsteigen.
Und wenn eine gehaltene Aktie die festgelegten Anforderungen nicht mehr erfüllt, kann ein Austausch notwendig werden.

Diese Vorgehensweise hat einen entscheidenden Vorteil: Sie macht den Prozess nachvollziehbarer.
Statt bei jeder neuen Schlagzeile eine spontane Entscheidung zu treffen, orientiert sich der Ablauf an einer einheitlichen Systematik.

Der Nachteil ist ebenso klar:
Ein regelbasierter Ansatz kann nicht jede unerwartete Entwicklung vorwegnehmen.
Er reagiert auf die Informationen und Signale, die nach den festgelegten Kriterien erfasst werden.
Dadurch können Entscheidungen auch einmal zu spät kommen oder sich im Nachhinein als ungünstig erweisen.

Für mich ist das kein Widerspruch.
Ein System muss nicht unfehlbar sein, um einen nachvollziehbaren Entscheidungsprozess zu ermöglichen.
Es muss vielmehr mit Unsicherheit umgehen können, ohne bei jeder neuen Entwicklung seine Grundsätze zu verlieren.

Was Anleger aus meinem Ansatz mitnehmen können

Wer sich mit einem regelbasierten Handelssystem beschäftigt, sollte nicht nur danach fragen, welche Aktien gekauft werden.
Ebenso wichtig ist, wie das System mit veränderten Bedingungen umgeht und welche Grenzen es hat.

Dazu gehören einige grundlegende Fragen:

  • Wie werden Aktien ausgewählt?
    Die Auswahl sollte auf nachvollziehbaren Kriterien beruhen und nicht allein auf spontanen Einschätzungen.
     
  • Wann verliert eine Aktie ihre bevorzugte Position?
    Ein System benötigt Regeln, anhand derer schwächere Kandidaten erkannt werden können.
     
  • Wie werden Alternativen berücksichtigt?
    Die Beurteilung einer Aktie gewinnt an Aussagekraft, wenn sie im Vergleich zu anderen Aktien erfolgt.
     
  • Wie verhält sich der Ansatz in unterschiedlichen Marktphasen?
    Ergebnisse aus steigenden Märkten reichen nicht aus, um die Grenzen eines Systems zu verstehen.
     
  • Welche Risiken bleiben bestehen?
    Auch klare Regeln schützen nicht vor allen Verlusten und machen zukünftige Ergebnisse nicht vorhersehbar.


Diese Fragen sind nicht nur für quantitative Strategien relevant. Sie helfen grundsätzlich dabei, eine Anlageentscheidung besser zu verstehen.

Bei meinen vier Wikifolios kommt hinzu, dass alle auf demselben System beruhen, aber unterschiedliche Anlageuniversen abdecken.
Wer sich für eines davon interessiert, sollte deshalb sowohl den gemeinsamen Auswahlansatz als auch die Besonderheiten des jeweiligen Universums betrachten.

Die bisherige Wertentwicklung kann dabei eine Informationsquelle sein.
Sie sollte aber nicht isoliert betrachtet und keinesfalls als Garantie für zukünftige Ergebnisse verstanden werden.

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Ein gutes Handelssystem zeigt sich nicht daran, dass es immer richtig liegt

Fallende Börsen sind für Anleger unangenehm.
Sie stellen aber auch eine wichtige Prüfung für jede Strategie dar.
Denn erst in schwierigen Marktphasen wird sichtbar, wie konsequent ein Ansatz umgesetzt wird und ob seine Regeln auch dann Bestand haben, wenn die Ergebnisse nicht den Erwartungen entsprechen.

Mein quantitativer Ansatz basiert auf Trendfolge, Momentum, relativer Stärke und Rankings. Aktien werden systematisch verglichen.
Verliert eine Position ihre bevorzugte Rangstellung und unterschreitet sie die festgelegte Schwelle, kann sie verkauft und durch einen stärkeren Kandidaten ersetzt werden.

Dieses Prinzip gilt für alle vier Wikifolios. Die Anlageuniversen unterscheiden sich, das zugrunde liegende System bleibt gleich.

Damit ist keine Garantie verbunden, Verluste rechtzeitig zu vermeiden oder jede Abwärtsbewegung erfolgreich zu bewältigen.
Ein Handelssystem kann nur nach seinen Regeln reagieren und bleibt den Unwägbarkeiten der Börse ausgesetzt.

Für mich liegt der entscheidende Vorteil deshalb nicht darin, den Markt immer richtig einzuschätzen.
Er liegt darin, einen nachvollziehbaren Prozess zu haben, der nicht bei jeder neuen Marktbewegung neu erfunden werden muss.

Denn an der Börse geht es nicht darum, jede Entwicklung vorherzusagen.
Es geht darum, mit einem klaren System auf Veränderungen zu reagieren und seine Grenzen zu kennen.

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