
Ausverkauf bei Tech-Aktien und neue Chancen: Warum sich die Börse neu sortiert
Die zurückliegende Börsenwoche verlief uneinheitlich:
Während DAX und MDAX deutlich zulegen konnten, gerieten US-Technologieaktien, Halbleiterwerte und viele KI-Gewinner der vergangenen Monate unter Druck. Der Nasdaq 100 verlor 5,49 Prozent, der S&P 500 gab 1,95 Prozent nach.
Diese Entwicklung belastete drei meiner vier Wikifolios.
Nur das Dividenden-Adler wikifolio beendete die Woche im Plus. Solche Phasen gehören zum Börsengeschehen.
Entscheidend ist, wie man damit umgeht.
Ich verfolge einen konsequent regelbasierten Ansatz: Mein Handelssystem gibt die Signale vor, an denen ich meine Entscheidungen ausrichte.

Rückblick auf die Börsenwoche
Die Entwicklung der großen Aktienindizes fiel in dieser Woche sehr unterschiedlich aus. Der DAX gewann 2,13 Prozent, der MDAX 2,22 Prozent und der SDAX 0,55 Prozent. Auch der EuroStoxx 50 legte um 0,50 Prozent zu.
Auf der anderen Seite standen deutliche Verluste bei den US-Technologiewerten: Der Nasdaq 100 verlor 5,49 Prozent, der S&P 500 1,95 Prozent. Der MSCI World gab 1,10 Prozent nach.
Besonders stark unter Druck gerieten Halbleiter- und KI-Aktien, die in den vergangenen Wochen und Monaten zu den großen Gewinnern gehört hatten. Viele dieser Titel verloren innerhalb weniger Handelstage deutlich an Wert. Das zeigt, dass starke Trends nicht geradlinig verlaufen und bisherige Marktführer ihre relative Stärke auch wieder verlieren können.
Für ein Trendfolge- und Momentum-System wie meines ist eine solche Phase eine ganz normale Herausforderung. Aktien, die zuvor zu den stärksten Titeln gehörten, können plötzlich hinter den Markt zurückfallen. Das System muss darauf reagieren können, ohne dass ich versuche, jede Bewegung im Voraus zu erklären oder den vermeintlich richtigen Zeitpunkt für eine Wende zu erraten.
Genau darin liegt der Unterschied zwischen einer regelbasierten Strategie und diskretionärem Handeln:
Ich entscheide nicht nach Bauchgefühl, ob eine Aktie wieder steigen müsste. Maßgeblich sind die Signale meines Systems.

Was die Märkte aktuell bewegt
Aus meiner Sicht erleben wir gerade eine wichtige Bewährungsprobe für den bisherigen KI- und Halbleiterboom. Viele dieser Aktien sind in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Entsprechend hoch waren die Erwartungen. Sobald Zweifel an der Nachhaltigkeit des Wachstums aufkommen oder sich die Zins- und Inflationsaussichten verschlechtern, können solche hoch bewerteten Aktien besonders empfindlich reagieren.
Ich halte es für wichtig, die aktuelle Entwicklung nicht vorschnell als Ende des KI-Trends zu interpretieren. Die langfristige Bedeutung von Künstlicher Intelligenz steht für mich nicht grundsätzlich infrage. Allerdings bedeutet ein überzeugender Zukunftstrend nicht, dass jede Aktie aus diesem Bereich dauerhaft steigt. Gerade nach starken Kursgewinnen können Gewinnmitnahmen und eine Neubewertung der Erwartungen erhebliche Auswirkungen haben.
Gleichzeitig erkenne ich Anzeichen einer Rotation: Während Technologie- und Chipaktien unter Druck stehen, können sich andere Branchen besser behaupten. Auch Energie- und klassische Value-Aktien profitieren teilweise von dieser Entwicklung. Steigende Ölpreise unterstützen zudem die Aktien von Unternehmen aus dem Energiesektor, auch wenn höhere Energiekosten für die Gesamtwirtschaft und die Inflationsentwicklung Risiken darstellen.
Für mich ist dabei eine Unterscheidung besonders wichtig: Ich möchte nicht vorhersagen, welche Branche als Nächstes gewinnt. Ich möchte erkennen, wo sich Stärke entwickelt und wo ein bisheriger Aufwärtstrend an Dynamik verliert. Genau dafür nutze ich meine Trendfolge- und Momentumstrategien. Sie können nicht verhindern, dass einzelne Positionen in schwachen Marktphasen verlieren. Sie sollen mir aber helfen, Veränderungen zu erkennen und mein Portfolio entsprechend auszurichten.

Ausblick auf die kommende Woche
In der kommenden Woche dürften die Unternehmenszahlen und die weitere Entwicklung der Inflation im Mittelpunkt stehen. Besonders gespannt bin ich darauf, wie die großen US-Technologieunternehmen auf die zunehmenden Zweifel am KI-Investitionsboom reagieren. Die Marktteilnehmer werden genau prüfen, ob Umsatz- und Gewinnwachstum die hohen Erwartungen weiterhin rechtfertigen.
Auch die Entwicklung der Ölpreise und der Anleiherenditen bleibt wichtig. Sollten die Energiepreise weiter steigen und die Inflation hartnäckig bleiben, könnte das die Zinserwartungen erneut verändern. Für Aktien wäre das insbesondere dann problematisch, wenn gleichzeitig die Gewinnperspektiven einzelner Unternehmen hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Beim DAX sehe ich die jüngste Erholung positiv. Ich erwarte allerdings nicht, dass sich die Entwicklung der deutschen Aktien automatisch auf die US-Technologiewerte überträgt. Die Unterschiede zwischen den Märkten und Branchen könnten zunächst bestehen bleiben.

Wikifolio
Die vergangene Woche war für drei meiner vier Wikifolios schwierig.
Das ist ein guter Anlass, die Ergebnisse einzuordnen und gleichzeitig klarzustellen, wie ich mit solchen Marktphasen umgehe: Ich handle strikt nach System. Ich versuche nicht, den Markt zu erklären, um anschließend nach Gefühl zu entscheiden. Mein System definiert die Regeln, und ich setze sie konsequent um.
Dividenden-Adler war mit einem Wochenplus von 0,54 Prozent das einzige meiner vier Wikifolios mit einer positiven Entwicklung. Seit Jahresbeginn liegt die Strategie 8,30 Prozent im Plus.
Ein wichtiger Unterschied zu den anderen Wikifolios ist die Ausrichtung des Portfolios: Der Dividenden-Adler ist nicht in Technologieaktien investiert. Energie- und Ölwerte konnten von den steigenden Ölpreisen profitieren und wirkten sich positiv auf die Entwicklung aus.
Die Investitionsquote habe ich auf rund 67 Prozent erhöht. Für die kommende Woche plane ich, sie auf über 70 Prozent auszubauen.
Diese Entscheidung beruht auf den Regeln und Signalen meiner Strategie. Es geht nicht darum, dass ich jetzt besonders optimistisch für den Gesamtmarkt bin oder den richtigen Zeitpunkt für steigende Kurse erkannt haben will. Die Investitionsquote wird im Rahmen meines Systems gesteuert.
German Alpha Leaders verlor in dieser Woche 1,29 Prozent.
Seit Jahresbeginn bleibt die Strategie mit 3,45 Prozent im Plus. Die Investitionsquote liegt bei 70 Prozent.
Obwohl der deutsche Aktienmarkt insgesamt zulegen konnte, belasteten die Technologiepositionen das Ergebnis.
Aixtron, Jenoptik, Süss MicroTec und Siltronic gerieten deutlich unter Druck und verzeichneten teilweise Kursverluste im Bereich von sieben bis 15 Prozent.
Das zeigt, warum die Entwicklung eines Index nicht automatisch der Entwicklung eines einzelnen Portfolios entspricht. Entscheidend ist, welche Aktien die Strategie tatsächlich hält und wie sich diese Titel entwickeln.
Ich bewerte solche Verluste nicht anhand der Frage, ob eine Aktie nach dem Rückgang wieder steigen könnte oder ob die Kursreaktion übertrieben erscheint. Maßgeblich sind die Signale meines Systems.
Solange die Regeln erfüllt sind, werden Positionen entsprechend gehalten; wenn die definierten Kriterien nicht mehr erfüllt sind, muss das System die entsprechenden Konsequenzen ziehen.
Deutsche Nebenwerte Safari verlor auf Wochensicht 3,23 Prozent.
Seit Jahresbeginn liegt die Strategie noch 2,46 Prozent im Plus. Die Investitionsquote beträgt 75 Prozent.
Auch hier waren mehrere Technologiewerte für die schwache Wochenentwicklung verantwortlich. Aixtron, Jenoptik, Süss MicroTec, 2G Energy und Siltronic gerieten deutlich unter Druck. Die Verluste einzelner Titel lagen teilweise zwischen sieben und 15 Prozent.
Gerade bei Nebenwerten können solche Bewegungen die Wochenperformance spürbar beeinflussen. Eine positive Entwicklung des Gesamtmarktes schützt ein Portfolio nicht automatisch vor Verlusten, wenn die darin enthaltenen Aktien an relativer Stärke verlieren.
Ich werde deshalb nicht versuchen, die jüngsten Kursverluste durch spontane Umschichtungen oder vermeintlich günstige Nachkäufe auszugleichen. Die Deutsche Nebenwerte Safari folgt denselben Grundprinzipien wie meine anderen Strategien: Die Aktienauswahl und die Anpassungen erfolgen nach den festgelegten Regeln. Nicht meine Einschätzung, ob ein Titel bald wieder steigen müsste, entscheidet über das Vorgehen.
Global Alpha Leaders gab in dieser Woche 3,08 Prozent nach.
Seit Jahresbeginn liegt das Wikifolio weiterhin 13,11 Prozent im Plus. Die Investitionsquote beträgt 69 Prozent.
Die Schwäche im Technologiesektor wirkte sich hier besonders deutlich aus. Halbleiterwerte wie Micron Technology, Marvell Technology und Intel verzeichneten teils zweistellige Verluste. Das passt zur deutlichen Korrektur des Nasdaq 100, der auf Wochensicht 5,49 Prozent einbüßte.
Die Entwicklung zeigt, wie schnell ein zuvor starker Marktbereich unter Druck geraten kann. Gleichzeitig bedeutet eine schwache Woche nicht automatisch, dass ein langfristiger Trend endgültig beendet ist. Umgekehrt ist ein vorheriger Aufwärtstrend auch kein Grund, an einer Aktie festzuhalten, wenn die Signale des Systems nicht mehr stimmen.
Mein Fazit für die kommende Woche:
Die Börse sortiert sich neu. Die starken Verluste bei Halbleiter- und KI-Aktien sind ein Warnsignal, aber noch kein Beweis dafür, dass der langfristige Technologietrend beendet ist.
Ich erwarte weiterhin ein anspruchsvolles Marktumfeld, in dem die Unterschiede zwischen den Branchen und einzelnen Aktien groß bleiben können.
Für meine Wikifolios bedeutet das:
Trends überprüfen, relative Stärke beachten und konsequent handeln, wenn sich die Signale verändern.
Genau darin sehe ich den Vorteil meines systematischen Ansatzes – nicht darin, jede Bewegung vorherzusagen, sondern darin, auf Veränderungen vorbereitet zu sein.
Dazu gehört auch, schwächere Wochen auszuhalten und Entscheidungen nicht aus kurzfristigem Aktionismus heraus zu treffen. Nicht jede Woche wird positiv ausfallen.
Entscheidend ist für mich, langfristig diszipliniert zu bleiben und mich an die Regeln meiner Strategie zu halten.
Ich wünsche allen eine erfolgreiche Handelswoche.

👉 Alle Portfolioveränderungen sowie die aktuellen Positionierungen findest du direkt auf www.wikifolio.com*


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Hallo Philipp,
wieder ein interessanter Wochenkommentar! 😊 Nach den starken Monaten ist es sicher nicht überraschend, dass die Börse auch mal Luft holt. Umso spannender wird es, welche Chancen sich daraus ergeben. Ich bin schon gespannt auf deinen nächsten Wikifolio Blog, vielleicht wissen wir dann schon ein bisschen mehr, wohin die Reise geht. 😉 Ich wünsche dir weiterhin ein gutes Händchen und eine erfolgreiche Börsenwoche! 👍📈