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Der DAX kämpft um die 25.000 Punkte, an der Börse fehlt die Breite

Die vergangene Handelswoche hat einmal mehr gezeigt, wie schwierig es derzeit ist, die Entwicklung der Aktienmärkte einzuschätzen. Während die US-Börsen auf Wochensicht leichte Gewinne verbuchten, standen die deutschen Aktienindizes und der EuroStoxx 50 unter Druck. Der DAX verlor 0,57 Prozent, der MDAX sogar 1,51 Prozent.
Zum Wochenschluss gelang dem deutschen Leitindex allerdings eine deutliche Erholung zurück über die Marke von 25.000 Punkten.

Ich halte diese Gegenbewegung zunächst für ein positives Signal, sehe aber noch keinen Grund, bereits Entwarnung zu geben. Denn aus meiner Sicht liegt eines der größten Probleme weiterhin in der fehlenden Marktbreite: Viele Indizes werden von relativ wenigen Schwergewichten getragen, während zahlreiche andere Aktien deutlich schwächer tendieren.

Genau diese Unterschiede zwischen den einzelnen Aktien sind für meine systematischen Handelsstrategien besonders wichtig.Während der DAX auf Wochensicht rund 0,7 Prozent verlor und der MDAX sogar 1,87 Prozent nachgab, konnte der Nasdaq 100 trotz der bestehenden Zins- und Ölpreisrisiken ein neues Rekordhoch erreichen.

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Rückblick auf die Börsenwoche

Die Entwicklung der vergangenen Woche war vor allem von drei Themen geprägt: den Ölpreisen, den Anleiherenditen und den Sorgen rund um die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz. Steigende Energiepreise und höhere Renditen setzen die Aktienmärkte unter Druck, weil sie die Inflations- und Zinserwartungen beeinflussen. Entsprechend nervös reagierten die Anleger auf neue Nachrichten aus dem geopolitischen Umfeld und vom Anleihemarkt.

Gegen Ende der Woche entspannte sich die Lage etwas. Sinkende Ölpreise und die Hoffnung auf eine Deeskalation im Nahen Osten halfen den europäischen und amerikanischen Aktienmärkten, sich zu stabilisieren. Der DAX konnte sich dadurch am Freitag wieder über 25.000 Punkte zurückkämpfen. Auch an der Wall Street setzte eine Erholung ein, nachdem die Sorgen über die Nachhaltigkeit des KI-Investitionsbooms zwischenzeitlich für deutliche Kursverluste bei Technologieaktien gesorgt hatten.

Charttechnisch bleibt die Lage beim DAX aus meiner Sicht angespannt. Der Index hat innerhalb kurzer Zeit zum zweiten Mal seine 200-Tage-Linie getestet. Dass sich der Markt anschließend deutlich erholen konnte, werte ich durchaus positiv. Trotzdem muss sich erst noch zeigen, ob daraus eine nachhaltige Stabilisierung entsteht oder ob die Käufer lediglich eine kurzfristige Gegenbewegung ausgelöst haben. Die Marke von 25.000 Punkten bleibt dabei ein wichtiger Orientierungspunkt. Ein dauerhafter Rückfall darunter würde das ohnehin angeschlagene kurzfristige Chartbild weiter belasten.

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Was die Märkte aktuell bewegt

Noch wichtiger als die Entwicklung des DAX ist für mich allerdings die fehlende Marktbreite. Wenn einige große Aktien die Indizes stabilisieren, während ein erheblicher Teil des Marktes schwächelt, entsteht schnell ein trügerisches Bild. Ein Index kann vergleichsweise robust aussehen, obwohl sich darunter bereits zahlreiche negative Trends entwickeln.

Ich denke deshalb, dass es aktuell nicht ausreicht, allein auf die großen Indizes zu schauen. Entscheidend ist vielmehr, welche Aktien relative Stärke zeigen, welche ihre Aufwärtstrends behaupten und wo sich die technische Situation zunehmend verschlechtert. Genau diese Entwicklung beobachte ich besonders aufmerksam.

Auch die Diskussion um Künstliche Intelligenz bleibt ein wichtiger Faktor. Die hohen Investitionen in Rechenzentren, Chips und Infrastruktur sorgen weiterhin für Fantasie, gleichzeitig wächst aber die Frage, ob sich diese Ausgaben langfristig in entsprechenden Umsätzen und Gewinnen niederschlagen werden. Ich halte es für normal, dass der Markt diese Erwartungen zunehmend kritisch hinterfragt. Daraus muss nicht zwangsläufig das Ende des KI-Booms folgen. Es bedeutet aber, dass nicht mehr jede Aktie mit Bezug zu diesem Thema automatisch steigen dürfte.

Für mich wird daher immer wichtiger, zwischen Unternehmen mit überzeugender Kursentwicklung und Titeln zu unterscheiden, bei denen die Dynamik nachlässt. Gerade in einem Markt, der von wenigen Schwergewichten getragen wird, können sich die Unterschiede zwischen einzelnen Aktien erheblich vergrößern. Das eröffnet Chancen, erfordert aber gleichzeitig Disziplin bei der Auswahl und Gewichtung der Positionen.


Ausblick auf die kommende Woche

In der kommenden Woche rückt vor allem die US-Berichtssaison in den Mittelpunkt. Den Auftakt machen die großen amerikanischen Banken, darunter JPMorgan, Goldman Sachs und Citigroup. Ihre Ergebnisse dürften wichtige Hinweise auf die Entwicklung des Kreditgeschäfts, der Zinserträge und die wirtschaftliche Verfassung liefern. Gleichzeitig stehen mit den US-Inflationsdaten weitere Zahlen an, die die Erwartungen an die Geldpolitik beeinflussen können.

Auch aus der Halbleiterbranche kommen wichtige Impulse: Die Zahlen von ASML und TSMC werden zeigen, wie sich die Nachfrage nach Chipausrüstung und die Auftragslage in der globalen Halbleiterindustrie entwickeln.

Ich erwarte deshalb eine spannende, möglicherweise auch volatile Handelswoche. Für eine nachhaltige Erholung des DAX möchte ich mehr sehen als einen starken Freitag. Wichtig wäre, dass sich die Stabilisierung auf eine größere Zahl von Aktien ausweitet. Gleichzeitig werde ich genau beobachten, wie die Märkte auf die Unternehmenszahlen reagieren.

Gute Ergebnisse allein reichen nicht immer für steigende Kurse – entscheidend ist häufig, ob die Erwartungen des Marktes übertroffen werden und ob sich die positive Entwicklung auch im Kursverlauf widerspiegelt. Gerade in einem Markt mit geringer Breite können sich daraus deutliche Unterschiede zwischen den Gewinnern und Verlierern ergeben.


Wikifolio

Für meine vier Wikifolios bleibt deshalb nicht die Frage entscheidend, wie ich die nächste Marktbewegung möglichst genau vorhersagen kann. Viel wichtiger ist, welche Signale meine Handelssysteme tatsächlich liefern und wo sich die relative Stärke verändert. Die vergangenen Tage haben gezeigt, dass ich bei einzelnen Branchen und Aktien weiterhin vorsichtig bleiben muss. Gleichzeitig ergeben sich durch neue Trends und veränderte technische Signale auch Chancen, die ich systematisch nutzen möchte.
Im Dividenden-Adler liegt die Investitionsquote weiterhin bei 60 Prozent. In der vergangenen Woche habe ich die Positionen in ABN Amro, Banco Santander, Raiffeisen Bank International und HSBC leicht reduziert. Damit setze ich die vorsichtigere Ausrichtung im Bankensektor fort. Gleichzeitig habe ich mit Indus eine neue Position aufgenommen.

Ich möchte damit nicht grundsätzlich alle Bankaktien meiden, aber die Konzentration in diesem Bereich begrenzen, solange sich das technische Gesamtbild nicht überzeugend verbessert. Wenn sich die relative Stärke eines Sektors verschlechtert, halte ich es für sinnvoll, die Risiken zu überprüfen, statt allein auf eine mögliche Erholung zu hoffen.

Für die kommende Woche plane ich allerdings, die Investitionsquote wieder auf etwa 70 Prozent auszubauen. Das ist kein grundsätzlicher Stimmungswechsel und auch keine pauschale Wette auf eine schnelle Markterholung. Vielmehr möchte ich die vorhandenen Signale nutzen, um die Investitionsquote schrittweise an die Marktentwicklung anzupassen.

Entscheidend bleibt dabei, dass neue Positionen zu den Kriterien meiner Strategie passen. Ich möchte nicht allein deshalb investieren, weil die Kurse zuletzt gefallen sind. Ein günstigerer Kurs ist für sich genommen noch kein Kaufsignal.
Auch im German Alpha Leaders gab es Veränderungen. Mit Infineon ist eine neue Position hinzugekommen, während ich Verbio und die Deutsche Bank verkauft habe. Gerade der Verkauf der Deutschen Bank zeigt, dass ich auch in diesem Wikifolio auf Veränderungen der relativen Stärke reagiere.

Dass Bankaktien zuletzt unter Druck standen, ist für sich genommen noch kein Grund, sämtliche Titel aus dem Sektor auszuschließen. Wenn sich das technische Bild einzelner Aktien aber verschlechtert, muss ich konsequent handeln. Umgekehrt kann eine Aktie wie Infineon interessant werden, wenn sie die Kriterien meines Handelssystems erfüllt.

Die Investitionsquote liegt aktuell bei 63 Prozent. Ich sehe deshalb weiterhin ausreichend Spielraum, um auf neue Signale zu reagieren, ohne die Strategie unnötig unter Zeitdruck zu setzen. Für mich zählt nicht, möglichst schnell wieder vollständig investiert zu sein. Entscheidend ist, dass die ausgewählten Aktien zur aktuellen Marktlage passen und die Signale meines Systems bestätigen.
Am deutlichsten war der Rückschlag in der vergangenen Woche bei der Deutschen Nebenwerte Safari.
Das Wikifolio verlor 2,94 Prozent und entwickelte sich damit schwächer als die großen deutschen Indizes.
Ich will diese Entwicklung nicht beschönigen: Die Woche war enttäuschend.

Gleichzeitig ist es mir wichtig, nicht aus kurzfristigem Ärger über Verluste heraus zu handeln, sondern die Konsequenzen aus den Signalen zu ziehen. Mit Norma und Verbio habe ich zwei Positionen verkauft. Neu aufgenommen wurden Gerresheimer und Secunet.

Diese Veränderungen sind für mich Ausdruck eines zentralen Grundsatzes meiner Strategie: Ich halte nicht an Aktien fest, wenn die Voraussetzungen für ein Investment nicht mehr stimmen. Umgekehrt möchte ich neue Positionen aufbauen, wenn sich Chancen ergeben, die zu meinem systematischen Ansatz passen.

Die Investitionsquote liegt derzeit bei 70 Prozent. In der kommenden Woche plane ich, die Positionen in Gerresheimer und Secunet weiter auszubauen, sofern die entsprechenden Signale bestehen bleiben. Dabei geht es mir nicht darum, die schwache Wochenperformance möglichst schnell auszugleichen. Entscheidend ist, dass sich das Portfolio wieder stärker an den aussichtsreichsten Trends orientiert.

Gerade bei Nebenwerten können sich schwächere Marktphasen deutlicher bemerkbar machen. Ich denke deshalb, dass es hier besonders wichtig ist, die Entwicklung jeder Position konsequent zu überprüfen und nicht zu lange an Aktien festzuhalten, deren relative Stärke nachlässt.
Das Global Alpha Leaders entwickelte sich in der vergangenen Woche vergleichsweise stabil und legte 0,49 Prozent zu. Seit Jahresbeginn liegt das Wikifolio damit bei einem Plus von 16,71 Prozent. Neu aufgenommen habe ich Canadian Natural Resources. Die Investitionsquote beträgt aktuell 69 Prozent.

Die Positionierung erlaubt mir, an bestehenden Trends teilzuhaben und zugleich flexibel auf neue Entwicklungen zu reagieren. Gerade angesichts der Unsicherheit bei Ölpreisen, Anleiherenditen und Zinserwartungen möchte ich nicht versuchen, die kurzfristige Entwicklung einzelner Märkte vorherzusagen. Stattdessen zählt für mich, ob sich eine Aktie im Vergleich zum Gesamtmarkt behauptet und ob das Kursverhalten weiterhin für ein Engagement spricht.

Die positive Entwicklung seit Jahresbeginn zeigt, dass die Strategie in diesem Marktumfeld Chancen nutzen konnte. Für mich ist das aber kein Grund, die Risiken zu erhöhen oder an einer Position festzuhalten, wenn sich die Signale verändern. Auch hier bleibt die systematische Vorgehensweise entscheidend.

Mein Fazit für die kommende Woche:
Die Erholung zum Wochenschluss ist ein ermutigendes Zeichen, aber noch kein Beweis für eine nachhaltige Trendwende. Ich werde besonders auf die Marktbreite, die Reaktion des DAX an der 200-Tage-Linie und die Impulse aus der US-Berichtssaison achten. Gleichzeitig bleibe ich bei meinem systematischen Vorgehen: Starke Aktien sollen Raum bekommen, schwächer werdende Positionen werden überprüft und bei entsprechenden Signalen konsequent reduziert oder verkauft.

Gerade in einem Markt, in dem wenige Schwergewichte die Indizes tragen, halte ich diese Disziplin für wichtiger als den Versuch, den nächsten großen Richtungswechsel vorherzusagen.


Ich wünsche allen eine erfolgreiche Handelswoche.
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Dt. Nebenwerte Safari

Regelbasierter Investmentansatz zur Identifikation aussichtsreicher deutscher Small- und Mid-Cap-Unternehmen.

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